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Überschrift: Gesamtschule Voerde, Schule für die Sekundarstufen 1 und 2
Schulbild, Adresse: Allee, 46562 Voerde, Telefon: 02855923111

Tag der offenen Tür 2010

     
   
     
     
     
   
     
     
   
   

Lernen, Lehren und Leben: offene Türen an der Gesamtschule Voerde

“Wenn Duschgels, Seifen und sogar die Putzmittel nach Früchten duften sollen, reichen die natürlichen Duftstoffe nicht mehr aus“ erklärt Chemielehrer Wilhelm den komplizierten Versuchsaufbau unter dem Abzug, den Schüler der 8. und 11. Jahrgangsstufe aufgebaut haben. „Jetzt kocht es und blubbert in den Glaskolben, aber das Produkt wird ein Bananenduft sein, der von dem echter Bananen nicht zu unterscheiden ist. So viele Damen auf der Welt wollen schöne Parfüms benutzen, da müssen wir die Natur imitieren und dazu brauchen wir die Chemie.“ In den Chemieräumen erlernen die Schüler und die Besucher des Tages der Offenen Tür an der Gesamtschule Voerde, wie aus eher preiswerten Zutaten und daher  in großer Menge unschädliche Aromen herzustellen sind, sie können ausprobieren, wie Feuer aus Halspastillen und dem darin enthaltenen Zucker aufgeblähte und sich krümmende Würste entstehen lässt und beobachten, wie aus Chili der Scharfmacher extrahiert wird. In Radieschen und anderem jungen Gemüse sind die Zehntklässler dem Farbstoff auf der Spur und untersuchen zudem Säuren und Basen in dem, was sonst auf dem Salatteller landet. Manches Lebende von dort wird inzwischen unter einem der vielen Mikroskope von jungen Gästen bestaunt.

 
Nebenan, im runderneuerten Naturwissenschaftstrakt, sind die baldigen Abiturienten den Merkmalen von Spermien und Eizellen auf der Spur. Fachkundig erläutern sie an Modellen deren Teilungsprozess, wissen mehr darüber zu erläutern als der Nicht-Biologe sich zu fragen getraut und präsentieren an jedem der Gruppentische eine andere biologische Fragestellung. Wärmespeicherung in gekochten Kartoffeln hat erstaunlicherweise etwas mit der Größe von Pinguinen zu tun, die Farben der Smarties ziehen in Wasser gelöst in weiße Kreidestücke und das nicht wegzudenkende menschliche Skelett steht cool und kalkig in der Ecke und beobachtet das bunte Kommen und Gehen der Besucher.


Bunt sind die Herbstblätter, Zapfen und Hülsen, die die jüngsten Naturforscher schön beschriftet und ausgestellt haben, bunt auch die Dekorationen auf den Torten im Elterncafé. Dort, im Waffelcafe beim Kickerturnier, beim Auftritt der Sixdees and Friends oder in der ruhigen Schülerbücherei kann man gut eine Pause einlegen.


Ruhig ist es auch in den Büros, wo man sich über den Übergang in die Gesamtschule persönlich und einzeln detailliert beraten lassen kann. Auch zuThemen wie Zentrale Prüfungen, Praktikum oder Individuelle Förderung stehen Fachleute bereit.


Bunt sind die Hüte auf den Köpfen der kleinen Band, die die Öffnung der Türen mit dem Radetzky-Marsch begleitete und bunt sind die Wollfasern, die im Textilraum mühsam verfilzt werden. Hier darf gesponnen werden! Ein Schaf ist zwar nicht dabei, wohl aber ein Vlies und ein Spinnrad und da muss man ganz schön aufpassen, damit ein gleichmäßiger Faden entsteht. „Puuh, die hatten es aber früher schwer, sich warme Wintersachen herzustellen“ ist eine häufige Erkenntnis und Textilgestaltungslehrerin Perera verweist zudem auf verschiedene Faserproben in natürlichen Tönen: „Diese haben die Schülerinnen selbst gefärbt, mit Pflanzen wie Zwiebeln, Walnussschalen oder Rotkohl. Im nächsten Frühjahr pflanzen wir Färberpflanzen in unserem Schulgarten an“, plant sie begeistert.


Im Technikbereich werden raffinierte Schubladensicherungen gelötet, die Alarm schlagen, sobald ein Unbefugter die Lade öffnet und Licht auf einen Sensor fällt; nebenan werden Holzkreisel gesägt und geschmirgelt und im Kunstraum grundieren gerade Elftklässler einen meterlangen Schrank. „Meine Nase ist so weiß, weil wir hier ein bisschen Ausdruckstanz veranstaltet haben“ verrät Nina, bei der nicht nur die Nase verrät, dass sie in dieser Gruppe mit malt.


„Jedes Fach, jeder Arbeitsbereich präsentiert sich heute. Die Schüler sind freiwillig da, die Eltern helfen und auch unsere sechs Referendare machen mit. Wir wollen in diesem Jahr eine gute Mischung von Ausstellungen, Mitmachaktionen und auch Unterricht präsentieren, in dem vor allem Grundschüler und Zehntklässler sehen können, wie bei uns gelernt wird. Auch unsere eigenen Eltern und Geschwisterkinder interessieren sich für die Arbeit und heute können sie alle mal dabei sein und auch hinter die Kulissen gucken. Ich glaube, das ist gelungen, ich habe mit vielen Besuchern gesprochen, die sich unsere Schule so modern und leistungsfähig nicht vorgestellt hatten,“ beschreibt Schulleiterin Martina Gottlieb das Konzept des Tages. Das könnte auch an den Räumen liegen, denn vielfach wird hier mit interaktiven Wandtafeln gearbeitet, wie Mathematiklehrer Sieling und Englischlehrerin Zenner mit ihren Gruppen zeigen.


Auf Flachbildschirmen verfolgt man kletternde Schüler in steilen Wänden, einen Empfang beim Bürgermeister in der slowakischen Partnerstadt Handlova oder einen Filmausschnitt im Pädagogikunterricht. 


Bei den Römern hingegen sind die Tafeln aus Wachs – „Hierauf wurde damals geschrieben. Die Gäste können es probieren und dann durch Glattstreichen wieder löschen“, erläutert Lateinlehrerin Korn, die ihren Raum mit römischen Villenmodellen ausgestattet hat. Nebenan spricht man Spanisch, Plakate machen Lust auf Süden und Urlaub und Informationen über die vierte Fremdsprache an der Gesamtschule Voerde kriegt man hier aus erster Hand. So ist es auch bei den Franzosen: Das France Mobil hat vor der Schule halt gemacht und eine echte Französin hat nicht nur viele Infos mitgebracht sondern unterrichtet heute auch eine „Schnuppergruppe“. Klar, dass nebenan Baguette und Crêpes gereicht werden. „Wir haben so gut gebacken und verkauft, dass wir jetzt erst wieder neuen Teig machen müssen“ freut sich Mme Wittmann, die schon für den nächsten Ausflug nach Liége spart, obwohl der letzte gerade erst war, wie die vielen Fotos belegen.


Zu viele offene Türen als dass man alles beschreiben könnte, was dahinter stattfindet. Deshalb braucht man das Programmblatt und die GEV-Scouts, die sich bestens im weitläufigen Gebäude auskennen und jeden Gast zu seinem Ziel führen. Für manche Kinder heißt dies: einmal mittanzen beim Musical! Das Jubiläumsmusical „Klassentreffen“ gibt man schon bei den Proben und der Aufführung des ersten Aktes einen Vorgeschmack auf das 20-jährige Bestehen der Gesamtschule Voerde, das 2011 gebührend gefeiert werden soll.


An kreativen Ideen und Tatkraft dafür wird es nicht fehlen, davon zeugte der Tag der Offenen Tür 2010.