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Überschrift: Gesamtschule Voerde, Schule für die Sekundarstufen 1 und 2
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Berufemarkt 2007

     
   

Der Berufemarkt vom 30.8.2007 im Spiegel der Presse

 

 

Wenn der Dreher zum Zerspanungsmechaniker wird –
 8. Berufemarkt in der Gesamtschule Voerde

 

   „Das ist eine Schwalbenschwanz-Verbindung“ erklärt der angehende Tischler Martin Ebermann mit charmantem Dresdner Akzent und zeigt seine gerade an der mitgebrachten Werkbank entstandenen Holzwinkel. Zahlreiche Jungen und auch ein paar Mädchen aus den neunten und zehnten Klassen der Voerder Schulen und auch der EBGS in Dinslaken erkundigten sich bei ihm und seinem Ausbilder Ralf Dickmann nach den Zugangsvoraussetzungen der Tischlerausbildung beim Internationalen Bund. „Ein Hauptschulabschluss sollte es schon sein, aber uns ist die Motivation wichtig“, so Lehrer Dickmann. “Was sollen wir mit Auszubildenden, die höhere Schulabschlüsse, aber keine Lust haben oder ihre Talente nicht nutzen?“ Daher hatte er zum 8. Berufemarkt in der Gesamtschule Voerde zwei beispielhafte junge Männer mitgebracht. Für Martin und seinen Kollegen Maik Hülsemann steht fest, dass sie ihren Wunschberuf gefunden haben und auch bleiben werden. Durch jeweils zwei Praktika pro Ausbildungsjahr fühlen sie sich ausreichend auf die berufliche Realität im Betrieb vorbereitet.

   Insofern entsprachen sie dem Bild, das Bürgermeister Spitzer als Schirmherr der Veranstaltung bei seiner morgendlichen Begrüßung gezeichnet hatte: „Seht euch um, fragt nach, nervt die Aussteller und findet heraus, was euch interessiert und wofür ihr geeignet seid. Wenn man morgens nicht mit Magenschmerzen zur Arbeit geht, sondern mit dem Gefühl: Da geh ich gern hin, ich identifiziere mich mit meiner Aufgabe und meiner Firma, dann ist schon viel erreicht.“

   Dass sich die Repräsentanten der Unternehmen mit diesen identifizierten, zeigten Polizeiuniform, Blaumann und postgelbes Hemd ebenso wie die Schlüsselketten von Rewe, Penny, DAK und Telekom. Diese und viele weitere regionale Ausbildungsbetriebe stellten in Theorie und Praxis ihre bekannten und zahlreiche moderne Berufsbilder vor. In den Bereichen Handwerk und Industrie, Handel und Dienstleistung, Banken und Versicherungen konnten sich die Gesamtschüler und ihre Gäste von Haupt- und Realschule Voerde sowie der Gesamtschule Dinslaken umfangreich informieren. In mehreren Schichten hatten Susanne Wittmann und Heinz Winnands, an der Gesamtschule verantwortlich für die Koordination aller berufsvorbereitenden Maßnahmen, die Schülerströme eingeladen. Ihnen, den Mitarbeitern Klaus Kurth und Klaus Löckelt und auch der Stadt Voerde dankte Roland Sieling, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Voerde, für ihren Einsatz und die (finanzielle) Unterstützung. Schade nur, dass gerade eine große Hofpause war und kaum Schüler drinnen, als das WDR-Fernsehen unangemeldet erschien.

   Nicht nur mit goldgelben Bananen lockten Thomas Pape, Personalentwickler bei der Rewe West, und sein Team vom verwandten Penny-Markt die Jugendlichen. „Das schlechte Image des Einzelhandels besteht zu Unrecht! Wir arbeiten im Schichtbetrieb, können so verbraucherfreundliche Öffnungszeiten gestalten und haben sogar außer dem Sonntag einen weiteren freien Tag pro Woche.“ Sein Unternehmen investiert in Ausbildung: „Packkräfte und andere Ungelernte gibt es in großer Zahl. Wir wollen aber qualifizierte Mitarbeiter und das beginnt mit Hauptschülern die in Deutsch, Mathe und Englisch eine Drei haben und keine negativen Bemerkungen oder unentschuldigte Fehlzeiten auf dem Zeugnis. Gar nicht so viel verlangt, aber wir konnten trotz 8000 Bewerbern nicht alle Lehrstellen besetzen.“ In speziellen Abiturientenprogrammen – Schnitt nicht schlechter als 2,5 -  werden Ebenen des Managements vom Marktleiter bis zum Personalchef besetzt und die Resonanz auf die vielfältigen Berufe und Branchen innerhalb der Rewe-Gruppe war bei den Jugendlichen sehr gut.
  Genauso war der Andrang bei den weiß gekleideten Kosmetikerinnen vom Sophie-Scholl-Berufskolleg. Isabel Sonntag und ihre beiden Mitschülerinnen zeigten nicht nur Haut und Haar, sie erklärten den meist weiblichen Interessenten auch die Klippen dieser dreijährigen Ausbildung, die mit dem Fachabitur endet. „Viel zu lernen! Besonders in der 11. Klasse. Wer sich da nicht hinsetzt, Chemie, Gesundheitslehre und auch Physik für all die Geräte lernt, der muss irgendwann aufgeben. Besonders die Fachbegriffe sind wie Vokabeln zu üben, und das sind eine ganze Menge.“ 

   Überhaupt schienen die Gesundheitsberufe hoch im Kurs zu stehen. Am Stand der Agentur  für Arbeit beantwortete Eckhard Kühne, der regelmäßig in der Gesamtschule berät, hauptsächlich Fragen zu den Berufsbildern der Ergo- und Physiotherapeuten und der Hebamme. Aber auch Kaufmännisches war von Interesse, die Wissenslücken groß. „Es gibt doch viel mehr als nur die Bankkaufleute,“ so Mitarbeiterin Jennifer Springer. „Gerade hat sich ein Junge detailliert informiert und wir hatten ein langes Gespräch.“ 
   Der Ausbilder von Pintsch-Bamag konnte zwar nicht über mangelndes Interesse an seinem elektronisch gesteuerten Geschicklichkeitstester klagen, vermisste dafür aber gelegentlich ein tiefer gehendes Interesse an den drei präsentierten Berufen. „Zerspanungsmechaniker waren früher Fräser oder Dreher. Das Berufsbild hat sich geändert und die Inhalte sind spezieller geworden. Aber wir bilden auch Kaufleute aus und Elektrotechniker, die ihre Werkstücke hier mitgebracht haben.“ Mathias Fliegel aus der 9e ist begeistert. „Ich mache zwar erstmal im Frühjahr ein Praktikum im Duisburger Hafen, aber eine Ausbildung bei Pintsch-Bamag zum Elektroniker wäre mein Wunsch. Ich brauche die Fachoberschulreife, das schaff ich.“ Und wie es dann weiter geht, hat er auch heute erfahren: „Ich kann Techniker werden oder Meister oder studieren. Elektrotechnik zum Beispiel, um dann Ingenieur zu werden.“
   Auch Andre Rekittke, 9d, weiß seit seinem Besuch im Info-Mobil, dem dicken Bus der Metallindustrie gleich vor dem Haupteingang, dass er für den KFZ-Mechatroniker eine Fachoberschulreife mit 3,0 braucht. Sein schulisches Ziel für die nächsten zwei Jahre ist also klar!  

   Nun wissen auch die Lehrkräfte, was in den nächsten Stunden den Wirtschaftslehreunterricht bestimmen wird: Mit Hilfe der vorbereiteten und auf dem Berufemarkt ausgefüllten Fragebogen kann nun die Nachbereitung und Auswertung stattfinden. Nach dem Girls Day, dem Betriebspraktikum und Bewerbungstraining sind die Schüler einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Traumberuf gegangen.