Logo Gesamtschule Voerde
Überschrift: Gesamtschule Voerde, Schule für die Sekundarstufen 1 und 2
Schulbild, Adresse: Allee, 46562 Voerde, Telefon: 02855923111

Saturday Night Dancing

     
   

Saturday Night Dancing am Freitagabend

 

Ein Penthouse-Apartment in Voerde, Punktrichter Trapponi und Tanztee mit Günther Jauch in Haus Voerde, beim Musical ist alles möglich.

 

„Meine Zukunft beginnt, wenn ich in der Disco tanzen kann“, beschreibt Tony Manero seine Visionen vom Leben außerhalb des tristen kleinen Ladens von Mr Fusco, bei dem er für einen spärlichen Lohn arbeitet. Grau die Umgebung, grau der Chef und grau auch Tonys Kittel, ein klarer optischer Gegensatz zu der glitzernden Disco-Welt, in die Tony und seine Freunde an jedem Wochenende eintauchen. Geradezu als Moses- Effekt beschreibt ein Priester die Wirkung, die Tonys Auftritte dort haben: Die Menge teilt sich, die Mädchen kreischen, stecken ihm ihre Telefonnummern zu oder auch eine Banane, wie die immer hungrige Öko-Mabel, wischen ihm den Schweiß ab und sind einfach hin. Aber er will nur eine: Stefanie Mangano, die immer ein bisschen zu dick aufträgt, wenn sie von all den berühmten Männern schwärmt, die ihr begegnen oder von der Penthouse-Wohnung in Voerde.

„Tanz ist unser Leben, unser Gefühl, unsere Religion“. Und man glaubte es diesen Darstellern wirklich, auch wenn die Musik und die Kostüme gar nicht mehr ihre Zeit verkörperten. Keine Spur von Hip-Hop, Techno oder anderen aktuellen Strömungen, statt dessen Ohrwürmer wie Big Girls don´t cry, Be my baby und Staying alive.

Und die zahlreich erschienen Zuschauer klatschten stellenweise kräftig mit. Über ihnen rotierte am Freitagabend die schimmernde Discokugel, zu fetzigen oder ruhigen Hits der 70er und 80er drehten sich 31 Jugendliche aus den 7.-10. Klassen um das eine Thema: Tanz!

Lehrerin Heike Krebber-Hemkes hatte auch in diesem Jahr mit drei weiteren Kollegen das traditionelle Schul-Musical der Gesamtschule Voerde einstudiert, allerdings unter besonderen Vorzeichen. Die Feuertaufe, wie Schulleiter Detlef Wöstefeld die Uraufführung im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier (MIR) in seinen Begrüßungsworten nannte, hatte die Gruppe bereits Ende Januar bestanden. Im Rahmen der 6. Schultheatertage traten die Voerder dort im Kleinen Haus auf und ernteten schon bei den zahlreichen Proben viel Anerkennung für Disziplin, Arbeitseinsatz und Stehvermögen.

„Auf einer Bühne von 11 x 8 Metern tanzt es sich anders als hier auf unserer kleinen Schulbühne. Wir mussten uns an die Dimensionen erst gewöhnen, haben für die Proben hier in der Schule eine solche Fläche mit Klebeband markiert um die Standorte der Darsteller festzulegen. Auch die Akustik und die vielen Zuschauer im echten Theater waren schon ein besonderer Eindruck für uns“, so Regisseurin Krebber-Hemkes. Aber es gab auch Unterstützung: Die Theaterprofis aus Dramaturgie und Technik, die Intendantin wie die Beleuchter arbeiteten hinter den Kulissen gut mit dem Voerder Team zusammen. Bustransporte, bei ebay ersteigerte Ballkleider, Tanzstunden, all das wurde gesponsert von der Aktion Mensch, die 2005 besondere Schulprojekte unterstützte, die das Zusammenleben, soziale Kompetenzen, künstlerische Arbeit und vieles mehr förderte. So wurde ein Tanzkurs mit Frau Sandra Lenz von der Tanzschule Helfer in Moers ermöglicht. Unverzichtbar aber auch die stete Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Musical-Mütter, die ebenso wie Schüler und Lehrkräfte mehr als 100 Stunden Freizeit für die Aufführung investierten – neben der wöchentlichen Unterrichtszeit in der Show-Time-AG.

Dass dieser Einsatz sich gelohnt hat, bewiesen die Jugendlichen beim Gala-Abend. Eingebettet in humorvolle häusliche Szenen bei den Maneros, witzige Dialoge in der Disco und ruhigere Passagen, wirbelte ein temporeiches Musical über die Bühne. Wird Stephanie Mangano (souverän und überzeugend: Lilia Sunakova) mit Tony Manero (selbstbewusst und ehrgeizig: Nadine Lorenz) tanzen? Werden sie den wichtigen Dance Contest der Akademie Fame gewinnen? Oder liegt das Glück bei den anderen Paaren, die zum Teil „vom anderen Ende der Welt – aus Voerde“ und mit ihren „Produzenten Claudia und Jürgen aus Götterswickerhamm“ angereist sind?

Klar, sie kriegen den Preis, aber mit rechten Dingen ging das nicht zu. Durch Absprachen erreicht der korrupte (und so witzige) Punktrichter Trapponi eine gemeine Fehlbewertung, mit der aber Tony und Stephanie nicht leben können. Sie wollen ehrlich sein, hart trainieren und es erneut versuchen. Den Preis geben sie an die wirklichen Sieger weiter. Und da macht es auch nichts, dass sich das Penthouse-Apart- ment als eineinhalb Zimmer Dachgeschosswohnung entpuppt.

„Freunde, Halt und Werte, das ist es, worauf es ankommt“ sagte Heike Krebber-Hemkes zu Beginn. Nicht nur auf der Bühne, das zeigte sich beim mit Hingabe und Erleichterung gesungenen Schlusslied I had the time of my life, bei den vielen Zugaben und der anschließenden After Show Party, die bis in die Nachtstunden gefeiert wurde.